Freitags war es soweit, Kurt Mentz und ich, die beiden Jugendwarte des CKV, sammelten unseren Stadtmeister Jonas Brings bei seinem Betrieb der DEG in Köln ein und ab auf die Autobahn Richtung Dortmund. Erst einmal steuerten wir unsere Schlafmöglichkeit, das DJH
Jugendgästehaus Adolf Kolping in Dortmund an. Aufgrund der Motorrad Messe in Dortmund die trotz schon erster Corona-Fälle stattgefunden hatte, war es mit Übernachtungsplätzen was rar.

Rudolf Achenbach Preis
NRW Landesentscheid am 06. und 07. März in Dortmund

Nach einchecken und kurzem frisch machen hieß es schon wieder aufsatteln, der theoretische Teil des Landeswettbewerb wartete auf unseren Teilnehmer. Wettbewerbsort war die WIHOGA Dortmund. Dort angekommen trafen wir auf unsere restlichen Kolleginnen und Kollegen aus NRW. Nach kurzer Begrüßung wurden die Teilnehmer gebeten, Einzelplätze einzunehmen, der Landesjugendwart Benno Sasse stellte die Jury vor und sagte ein paar Worte zum abendlichen Ablauf.

Dann hieß es für uns Jugendwarte und Betreuer Daumen drücken.

Ab diesem Zeitpunkt waren die Teilnehmer auf sich gestellt. Sie mussten einen Fragenkatalog beantworten, sowie im Anschluss eine Warenerkennung durchführen und damit war der theoretische Teil beendet.
Den Warenkorb gab es erst am nächsten Morgen. Jonas hatte ein sehr gutes Gefühl, was die Theorie betraf und auch bei der Warenerkennung gab es bei ihm eine sehr positive Rückmeldung. Wie alle Teilnehmer hätte er am liebsten jetzt schon den Warenkorb gehabt.
Nun haben uns die Kollegen des Köche Clubs Dortmund unter der Vorsitzenden zu einem Kollegenabend eingeladen. Es stand eine Besichtigung des Westfalenstadions an, mit dem Schwerpunkt der Gastronomie vor Ort. Einer der sieben festen Köche führte uns rum. Als erstes gab es für uns gekühlte Getränke sowie Currywurst. Uns kam der Geschmack der Bratwurst schon sehr bekannt vor, und wie sollte es anders sein, sie war von unserem Business Mitglied Frank Remagen.

Nun ging es in die verschiedenen Küchen und VIP Bereiche, ein riesiger Gastronomiebetrieb mit sehr vielen Mitarbeitern an Spieltagen.

Zwischen den Küchen rennen nicht die Köche hin und her, weil die Wege zu weit sind. Dafür gibt es an Spieltagen die Logistiker, die das Material auf die Küchen verteilen von einem zentralen Lagerpunkt. Es war sehr interessant zu sehen, was für eine Arbeit bei einem normalen Fußballspiel ansteht. Nochmal ein Dank an die Dortmunder Kollegen.

Was durfte im Anschluss nicht fehlen? Es war leider schon ziemlich spät geworden, um halb zehn war dann Einkehr in die Fußballkneipe „Mit Schmackes“ mitten in Dortmund. An dieser Fußballkneipe ist auch der Bekannte ehemalige Dortmunder Großkreuz beteiligt Wir konnten noch die letzten Minuten unseres FC auf den Bildschirmen verfolgen, Jugendwarte, Teilnehmer, Jury alle saßen gemischt zusammen was natürlich auch für einen tollen Austausch sorgt. Es gab dann zwar zu später Stunde für jeden noch was Kulinarisches. Wir kennen es als Holsteiner Schnitzel, es war sehr lecker. Dann den letzten Schluck Cola noch ausgetrunken und es war Zeit fürs Bett, weil am nächsten Tag der Wettbewerb früh startet und unser Jonas auch fit sein wollte.

Nach einer kurzen Nacht aber mit gutem Schlaf haben wir uns wieder auf den Weg zur WIHOGA gemacht, wo unsere fleißigen Dortmunder Kollegen schon in der Küche standen, Kaffee kochten und für uns jede Menge Brötchen als Frühstück schmierten. Dann gab es erst einmal Frühstück. Der ein oder andere Teilnehmer nahm nur einen Kaffee, man merkte, dass die Nervosität stieg.

Die Jury rief die Teilnehmer auf ihr zu folgen, denn nun wurde der Warenkorb an die Teilnehmer ausgehändigt.

Sie hatten eine gute Stunde Zeit aus dem Warenkorb ein Vier-Gang-Menü nach den Menüregeln zu schreiben. Der Warenkorb der diesjährigen Landesmeisterschaft Vorgabe Vorspeise, mindestens drei Lebensmittel aus dem Warenkorb, die zweite Vorspeise war eine Suppe (Vorgabe Pflicht-Komponenten Geflügelklein). Hauptgang (Pflicht-Komponenten Semmerrolle, Sättigungs- und Gemüsebeilage aus dem erweiterten Warenkorb). Mindestens drei Komponenten des erweiterten Warenkorbs was Gebackenes, Gefrorenes, Creme, Mousse oder Sauce.

Das Menü von Jonas

Variation von roter Bete
Winterlicher Salat an Ziegenkäse
Honig – Dressing
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Geflügelsuppe mit Tomaten Cocassé
und Champignoneinlage
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Tranche von der Semmerrolle auf
Rahmspitzkohl
confierte Möhren
Dauphine Kartoffeln
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Dunkle Schokoladenmousse
Ingwereis, Birnensoße
Marzipanhippe

 

Die Teilnehmer waren nun in der Küche und wir Jugendwarte und Betreuer sahen unsere Schützlinge erst zur Siegerehrung wieder. In dieser Zeit stand für die Jugendwarte ein Jurorenseminar an, verbunden mit der Frühjahrs-Tagung der Jugendwarte NRW. Parallel im Nachbarraum saßen die Kollegen der Zweigvereine zur Frühjahrstagung des Landesverband NRW im verband der Köche Deutschland. Und somit waren wir beschäftigt, während unserer Schützlinge um die Wette kochten. Die Zeitvorgabe für das Vier-Gang-Menü ist auf Landesebene ca. 5 Stunden.

Nun war es soweit, Katharina Achenbach kam und dann war es bis zum Essen nicht mehr weit. Die wenigen Gäste, leider aufgrund Corona nicht sehr viele, nahmen Platz und freuten sich auf die Menüs der Teilnehmer. Jürgen Raabe, stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands der Köche, für den erkrankten Christian Türnich begrüßte die Gäste, sowie auch der Hausherr der WIHOGA richtete wenige Worte an die Gäste.

Dann ging es los, die ersten Show Teller Vorspeise kamen, natürlich waren wir alle sehr neugierig und machten Fotos. Auch wir kamen in den Genuss, von allen die Menüs zu probieren und man kann echt sagen, es lag alles eng beieinander, was die Jungs und Mädels da gezaubert hatten. Wir dürfen nicht vergessen, es sind Azubis, also größte Hochachtung. Da sieht man, dass bei dem wenigen Nachwuchs, den wir noch haben, einige dabei sind, die richtig Bock auf unseren Job haben.

Nun war es soweit, unter großem Applaus kamen die Teilnehmer aus der Küche und stellten sich auf.

Frau Achenbach hielt eine kurze Ansprache und schon begann die Siegerehrung als erstes wurden natürlich die vierten Plätze aufgerufen und darunter war auch Jonas. Er signalisierte mir vorher schon, dass er unzufrieden mit sich war und es nicht gelungen ist. Dabei sein ist alles und Jonas gibt nicht auf. Den besten Satz, den man von einem anstrebenden Koch bekommen kann, ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

In diesem Sinne liebe Ausbilder, Küchendirektoren, Küchenchefs gebt auch euren Azubis die Chance an der Stadtmeisterschaft des Colonia Kochkunst Verein teilzunehmen. Es ist ein Sprungbrett für die jungen Karrieren. Wir halten euch mit den nächsten Terminen auf dem Laufenden.

 

Text und Bilder: Reiner Schopen